Zirkuläres Wirtschaften als Säule eines nachhaltigen Familienunternehmens

Kreislaufwirtschaft, diesem Begriff begegnen wir oft im Zusammenhang mit sozialer Unternehmensverantwortung. Kreislaufwirtschaft steht für einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Ressourcen sowie für größtmögliche Abfallvermeidung und Wiederverwertung von Wertstoffen. Bei Bredenoord gehört dieser zirkuläre Ansatz schon seit jeher und ganz selbstverständlich zu unserer unternehmerischen Arbeit. Er prägt seit vielen Jahren das beständige Leitbild unseres Familienunternehmens.

Die Verbindung der Begriffe „Kreislauf“ und „Wirtschaft“ deutet bereits darauf hin: Ein sparsamer und bewusster Umgang mit Rohstoffen, Energie und Arbeit bringt auch wirtschaftlichen Nutzen. Die niederländische Regierung hat sich eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zum Ziel gesetzt. Dies kann aber nur gelingen, wenn dem Unternehmertum tragfähige und alltagstaugliche Geschäftsmodelle zugrunde liegen. Modelle, bei denen intelligente, nachhaltige Konzepte, Wiederverwertung und Recycling im Mittelpunkt stehen. Ellen MacArthur hat ein fundiertes Modell erarbeitet, das Unternehmen als Orientierung und Motivation dienen kann. Es umfasst mehrere zirkuläre Phasen. In Abbildung 1 ist dieses Modell auf Bredenoord angewandt. Im Folgenden erläutern wir anhand der Unternehmensgeschichte von Apeldoorn die Kreislaufwirtschaft.

Zirkuläres Wirtschaften basiert auf einem dreistufigen Prinzip

Das Familienunternehmen Bredenoord ist seit mehr als 80 Jahren Lieferant für flexible und mobile Stromversorgungen. Zu unseren Geschäftsbereichen zählen die Vermietung, der Verkauf und der Service von Stromaggregaten und darüber hinaus von mobilen Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern und Hybrid-Stromaggregaten. Dank einer durchdachten Unternehmensführung konnten in den vergangenen Jahren mehrere zirkuläre Phasen entwickelt werden. Diese Kreisläufe und die Erweiterung der Produktbandbreite haben zum Erfolg des Unternehmens beigetragen. Exemplarisch nutzt Bredenoord dafür das Drei-Ebenen-Prinzip. Auf der ersten Ebene geht es darum, harmonische Kreisläufe innerhalb des Unternehmens zu etablieren. Die zweite Ebene betrifft die Wertschöpfungskette von den Rohstofflieferanten bis zu den Kunden. Die dritte Ebene befindet sich im Grunde in der Umsetzung. Hier werden mögliche Partnerschaften im eigenen Kontaktnetzwerk sondiert, die zur weiteren Wertschöpfung führen.

Erste Stufe: Zirkuläres Arbeiten bei Bredenoord

Das zirkuläre Geschäftsmodell beginnt bereits bei der Entwicklung neuer Stromaggregate. Sie müssen für den intensiven Einsatz geeignet sein, eine lange Lebensdauer aufweisen und sich schnell und einfach transportieren lassen. Darüber hinaus sollte ihre Herstellung möglichst nachhaltig erfolgen. Hat ein Stromaggregat nach einigen Jahren als Mietgerät ausgedient, beginnt der zweite Zyklus. Die Aggregate werden von uns für eine zweite Karriere als Notstromaggregat z. B. in Krankenhäusern instandgesetzt. Ein Notstromaggregat kommt in der Regel nicht so zum Einsatz. Es muss aber nach wie vor absolut zuverlässig arbeiten, und dies wird nur durch eine qualitativ-hochwertige Konstruktion und durchgehende Wartung gewährleistet. Ist ein Aggregat tatsächlich nicht mehr funktionstüchtig, werden alle noch brauchbaren Teile ausgebaut und weiterverwendet. Bredenoord verfügt über eines der größten Ersatzteillager der Branche. In dem Lager befinden sich auch Teile von nicht mehr produzierten Maschinen. So kann weltweit die Lebensdauer vieler Stromaggregate verlängert werden. Und natürlich werden alle Rohstoffe wie Metalle, Öl und Batterien recycelt.

Auf der Suche nach erneuerbaren Ressourcen

Zu einem verantwortungsvollen Geschäftsmodell gehört auch die Suche nach Alternativen zu fossilem Diesel. Bredenoord konzentriert sich vorrangig auf erneuerbare Ressourcen und umweltschonendere Kraftstoffe, um diese seinen Kunden anbieten zu können. Im Fokus stehen erneuerbaren Energien, denn Bredenoord beschäftigt sich bereits seit etwa zehn Jahren mit der Einbindung der Photovoltaik. Aus diesem Konzept entstand der erste ESaver, bei dem PV-Module ausreichend Strom zum Laden eines Batteriespeichers liefern. Nur bei Spitzenlast oder im Falle einer entladenen Batterie wird das Stromaggregat zugeschaltet. Nach Entwicklung des Prototyps fanden wir heraus, dass ein Stromaggregat allein durch den Einsatz eines vorgeladenen Batteriespeichers ohne Solarmodule bereits deutlich umweltschonender zu betreiben ist. Mit dem ESaver Einsatz konnten unsere Kunden in fünf Jahren in Summe mehr als eine halbe Million Liter Diesel einsparen. Dadurch wurden zirka zwei Millionen Kilogramm an CO2-Emissionen eingespart. Die Speicherung von Energie ist daher für Bredenoord ein wichtiger Baustein des zirkulären Geschäftsmodells. Auf diese Weise liefern wir Ihnen als Kunden schon jetzt nachhaltigen, mobilen Strom. Zudem ermöglicht es uns, Stromaggregate länger sinnvoll einzusetzen. Das war für uns der Anlass, den nächsten Schritt zu gehen und einen mobilen Batterie-Großspeicher, die Big Battery Box, zu entwickeln. Dies ist europaweit der erste mobile Batteriespeicher mit einer Kapazität von 600 kWh (Kilowattstunden). Der Batteriespeicher ebnet den Weg für eine hybride Stromerzeugung, die umweltfreundlichen Solarstrom mit konventionellen Stromaggregaten kombiniert. Diese Technologie kommt in unseren Solarkraftwerken mittlerweile an vielen Orten in Afrika zum Einsatz.

Zweite Stufe: zirkuläres Wirtschaften in der Wertschöpfungskette

Im Bereich nachhaltige Kraftstoffe, dem besagten zweiten Aspekt unseres verantwortungsvollen Geschäftsmodells, ist Bredenoord eine zirkuläre Kooperation mit Lieferanten eingegangen. Seit 2015 können Stromaggregate auch mit HVO-Biodiesel ausgeliefert werden. Diese Kraftstoffe werden u. a. aus altem Frittierfett, also aus Reststoffen gewonnen. Bredenoord war bereits Vorreiter beim Testen von Biokraftstoffen, noch bevor die Autoindustrie damit begonnen hat. Aufgrund dieser Tests konnten wir schon früh den Betrieb der Aggregate mit Biokraftstoffen gewährleisten und unseren Kunden CO2-neutralen, aus HVO-Biodiesel gewonnenen Strom anbieten. In diesem Bereich des zirkulären Wirtschaftens arbeitet Bredenoord mit Partnern zusammen, die den Prozess transparent abbilden und ihre Schritte nachvollziehbar dokumentieren. Schließlich kann man weder sehen noch riechen, ob der Kraftstoff selbst auf nachhaltige Weise entstanden ist. Für uns sind die Transparenz und die Weitergabe von Wissen grundlegende Werte beim Aufbau einer beständigen Kreislaufwirtschaft.

Vom Produkt zum Service

Zirkuläres Wirtschaften in der eigenen Wertschöpfungskette ist wichtig, um Kundenerwartungen zu erfüllen. In der Praxis zeigt sich ein Wandel vom eigenen Eigentum hin zur Fremdnutzung. Als Vermieter von Aggregaten ist dies natürlich unser Tagesgeschäft. Aber die Kunden wollen oft nicht nur ein spezielles (zirkuläres) Produkt, dass die erforderlichen Spezifikationen erfüllt. Sie erwarten eine Komplettlösung, die möglichst nachhaltigen Strom an Orten mit keinem oder einem nicht ausreichend ausgelegten Stromanschluss zur Verfügung stellt. Die Umsetzung wird Bredenoord zunehmend vollständig überlassen. In zirkulären Modellen nennt man dies „Produkt als Dienstleistung“ (Product as a Service). Dies bietet ausreichend Spielraum, um erneuerbare Ressourcen mit herkömmlichen Stromquellen zu verbinden und mit Partnern auf intelligente Weise zusammenzuarbeiten. Die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches „Produkt als Dienstleistung“ ist jedoch ein umfassender und flexibler 24/7-Service. Und genau darin haben wir seit 80 Jahren Erfahrung!

Dritte Stufe: Zusammenarbeit bei der Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle innerhalb Ihres Ökosystems

Wirklich bedeutende zirkuläre Maßnahmen lassen sich in der nächsten Stufe umsetzen: im eigenen Ökosystem. Blickt man mit Zulieferern und Kunden weiter über die eigene Wertschöpfungskette hinaus, lassen sich neue zirkuläre Geschäftsmodelle entwerfen. Gemeinsam mit Mitbewerbern, Behörden, Technologiepartnern oder auch Organisationen aus völlig anderen Arbeitsbereichen lassen sich neue Ansätze zur Verbindung von Zyklen finden. Die zirkuläre Arbeitsweise ist für Bredenoord ein Mittel und kein Selbstzweck. Es geht darum, sich für eine nachhaltige, zukunftssichere Gesellschaft einzusetzen. Und für Bredenoord heißt das, sich an der Energiewende von fossiler zu erneuerbarer Energie zu beteiligen. Als Unternehmen wollen wir dauerhaft im Gesamtkontext Werte schaffen. Bredenoord ist stets auf der Suche nach einsatzbereiten Lösungen, um unser zirkuläres Geschäftsmodell mit den Initiativen anderer zu verbinden. Das Internet der Dinge und „Big Data“ schaffen neue Möglichkeiten, um Angebot und Nachfrage auf neue, direkte Weise zusammenzubringen. So können wir z. B. zum richtigen Zeitpunkt aufgeladene Batteriespeicher direkt ausliefern, weil uns eine vernetzte Anlage, Teil eines intelligent-gesteuerten Betriebssystems, den entsprechenden Hinweis gibt. Ebenso interessant ist es, Fragen und Themen rund um unsere (zirkulären) Produkte mit anderen zu teilen. Denn möglicherweise hat jemand im Netzwerk von Bredenoord die Lösung. Die Zukunft bleibt offen!

Immer raschere Entwicklung

Die Entwicklungen in der Kreislaufwirtschaft folgen immer dichter hintereinander. Um damit Schritt zu halten, braucht es ein hohes Maß an Flexibilität, Offenheit für das Umfeld und schnelle Antworten auf unsere Bedürfnisse. Die Wasserstofftechnologie ist dafür ein gutes Beispiel. Schon vor zehn Jahren wurde bei Bredenoord die Grundlage für diese reine Energietechnologie entwickelt. Das zugrundeliegende, zirkuläre Geschäftsmodell, dessen Absatzmarkt Bredenoord vermutete, hat sich aber nicht durchgesetzt. Mittlerweile bekommt die Brennstoffzelle wieder Aufwind. In Deutschland werden bereits Wasserstofftankstellen für PKWs installiert, und in ganz Nordeuropa gibt es kleinere Projekte zur Wasserstoffproduktion. Bredenoord hält daher aktiv Ausschau nach Akteuren, die sich mit der Brennstoffzelle beschäftigen – um unser Know-how über diese Technologie zu teilen, und um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Auch im herkömmlichen Stromnetz sehen wir zwei sehr interessante Entwicklungen. Es gibt immer mehr so genannte „Prosumer“, also Erzeuger und Verbraucher in einem, die ihren eigenen Strom oft aus PV-Anlagen gewinnen. Für sie ist eine zuverlässige Stromversorgung unerlässlich. Daraus ergeben sich neue Anforderungen und Aufgaben. Und man kann davon ausgehen, dass aufgrund der zunehmenden Installation von Gleichstromanlagen, wie PV-Anlagen, immer mehr kleine, lokale Netze auf Gleichstrom umsteigen werden, wo derzeit noch Wechselstrom im Einsatz ist. Auf diese Entwicklung stellen wir uns mit unseren Kooperationspartnern wie Area 55 und Cleantech Apeldoorn ein. Gemeinsam testen wir bereits intelligente Netze, sodass neue zirkuläre Geschäftsmodelle entstehen können.

Unser Angebot: Erkenntnisse im Bereich nachhaltige Entwicklung

Nach unserer Überzeugung ist es mit nur einem zirkulären Geschäftsmodell noch nicht getan. Beim zirkulären Wirtschaften geht es darum, mehrere Geschäftsmodelle zu entwickeln. Und darum, eine gute Balance zwischen Chancen und Risiken zu finden. Im Laufe der Zeit zeigt sich der Übergang von einem Geschäftsmodell zum andern durch eine zunehmende Kundennachfrage. Und manchmal taucht ein altes Modell auch unvorhersehbar wieder auf. Die Kreislaufwirtschaft erfordert Mut und Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten, die nicht zwangsläufig der eigenen Wertschöpfungskette angehören. Am Anfang steht dabei immer der gegenseitige Dialog.

Wir bei Bredenoord sind neugierig auf die interessanten Ideen anderer, und wir hinterfragen immer auch unsere eigene Arbeit. Wir freuen uns darauf, Sie bei einem anregenden Gespräch kennenzulernen!

Margien Storm Van Leeuwen

Margien Storm van Leeuwen
Manager Marketing, Communications & New Business

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