Zirkuläres Bauen auf höherem Niveau durch Zusammenarbeit

Aufgrund der ambitionierten nationalen und internationalen Klimaziele gewinnt das zirkuläre Bauen zunehmend an Bedeutung. Dazu gehören die Vermeidung von Emissionen, die Wiederverwendung von Materialien und die Vermeidung von Abfällen. Zirkuläres Bauen geht über die Recyclingidee für das Gebäude selbst hinaus. Schon auf der Baustelle können Prozesse effizienter gesteuert und Materialien durch intelligentes Arbeiten mit allen Beteiligten wiederverwendet werden. Dies führt auch zu einem höheren Gewinn für die beteiligten Unternehmen.

Im Großen und Ganzen gibt es drei Aspekte des zirkulären Bauens. Das Gebäude selbst, die Arbeitsweise auf der Baustelle und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen am Bauprozess beteiligten Parteien. Die holländische Regierung hat große Ambitionen im Bereich des zirkulären Bauens. Bis 2050 muss die gesamte Wirtschaft, und somit auch das Bauwesen, zirkulär arbeiten. Gemeinsam mit der Baubranche unternimmt die Regierung bereits erste Schritte. So wird es beispielsweise einen obligatorischen Materialpass für Gebäude und ein Fachinstitut für zirkuläres Bauen geben. Ab 2023 wird die Regierung selbst alle Ausschreibungen zirkulär veröffentlichen.

Flexibles und wiederverwendbares Gebäude

Natürlich beginnt alles mit dem Entwurf. Ein neues Gebäude sollte weitgehend aus recycelbaren Materialien gebaut werden. Konstruktionen, die am Ende der Lebensdauer des Gebäudes leicht demontierbar sind und in einem neuen Gebäude wiederverwendet werden können. Oder biologisch abbaubare Materialien, die wieder in die Nahrungskette integriert werden können, die sogenannten Cradle-to-Cradle. Auch in der Nutzung muss das Gebäude flexibel sein, z. B. Bürogebäude, die leicht in Wohneinheiten umgewandelt werden können.

Nachhaltiges Arbeiten auf der Baustelle

Der zweite Aspekt des zirkulären Bauens betrifft die Arbeitsprozesse. Dies kann auf jeder Baustelle angewendet werden, unabhängig davon, ob das Gebäude nachhaltig ist oder nicht. Die offensichtlichen Dinge sind natürlich die Trennung von Abfällen sowie das Recycling von Geräten, Ölen und Metallen. Auch das Recycling von Berufsbekleidung und der Einsatz einer sauberen Fahrzeugflotte sind gute Möglichkeiten, ebenso wie der Einsatz von Biokraftstoff. Der Einsatz von Isolierungen, LED-Lampen, Bewegungsmeldern usw. reduziert den Energieverbrauch bei der Gestaltung der Arbeitsbereiche. Und die Baustellen sind in der Regel bereits modular aufgebaut, mit (Fertig)-Gehäusen und Einrichtungen, die leicht auf die nächste Baustelle verlagert werden können.

Einsatz modernster Techniken

Der Einsatz innovativer Technologien kann den Bauprozess wesentlich nachhaltiger gestalten und zur Zirkularität beitragen. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass eine Reihe dieser Technologien weniger Belastung in Form von Lärm oder Emissionen verursachen. Auf diese Weise sorgt das zirkuläre Bauen auch für ein besseres Verhältnis zu den Anwohnern, was ein weiterer Vorteil für die Bauunternehmen selbst ist. Es gibt neue Bohrtechniken, die das traditionelle Rammen und Schlagen von Spundwänden ersetzen können. Der Einsatz von Batteriespeichern hat auch mehrere Vorteile. Bestehende Aggregate bleiben erhalten, da sie seltener eingesetzt werden müssen. Dadurch wird die Lebensdauer der Maschine in verantwortungsvoller Weise verlängert. Darüber hinaus können Batterien mit Ökostrom oder erneuerbarer Energie aus Sonnenkollektoren aufgeladen werden und arbeiten völlig geräuschlos.

Intelligente Zusammenarbeit

Viele Baustellen setzen bereits die oben genannten Lösungen ein. Aber am besten ist natürlich, wenn die gesamte Wertschöpfungskette zirkulär arbeitet. Heute planen Lieferanten und Subunternehmer ihre Maßnahmen oft individuell. Wenn sie vom ersten Plan bis zur Wartung nach der Lieferung zusammenarbeiten, ist ein höherer Ertrag möglich, zirkulär und finanziell.Beispielsweise beim Transport. In den Niederlanden ist das Baugewerbe für etwa 30 % des gewerblichen Transports verantwortlich, und das Beladungsniveau ist relativ niedrig. Durch die gemeinsame Organisation des Transports kann unter Umständen ein Lkw pro Tag anstelle von vieren ausreichen. Materialien können auch von mehreren Parteien verwendet werden. Beispielsweise bei Aggregaten: Verwendet jede Partei ihr eigenes Aggregat oder hat man die Möglichkeit so zu planen, dass das gleiche Aggregat mehrfach verwendet werden kann?

Das Gebäude wird bereits für den Bau genutzt

Es besteht auch die Möglichkeit zu analysieren, welche Elemente im fertiggestellten Gebäude bereits während des Baus anwendbar sind, wie bei Solarmodulen. Diese können im letzten Moment, kurz vor der Übergabe, auf dem Dach installiert werden. Es ist aber auch möglich, die geplante Solaranlage früher an einen Batteriespeicher auf der Baustelle anzuschließen, wie die Big Battery Box. Diese Energie kann dann für die Baustelle und die Bauarbeiten genutzt werden. Dadurch wird auf der Baustelle bereits teilweise grün gearbeitet. Neben dem intelligenten Materialeinsatz werden dadurch Emissionen und Lärm vermieden und Kosten vor der Errichtung des Gebäudes eingespart. Wenn bereits ein Netzanschluss vorhanden ist, kann er auch für die Stromversorgung der Baustelle genutzt werden. Natürlich ist die Kapazität in der Regel nicht ausreichend, z. B. für schwere Baukräne. Dieser Spitzenbedarf kann jedoch durch zusätzliche Batterien oder Aggregate gedeckt werden. So wird im gesamten Bauprozess deutlich weniger Kraftstoff benötigt.. Wenn Sie sich darüber hinaus auch noch für Biokraftstoff in den Aggregaten entscheiden, wird der ökologische Fußabdruck Ihrer Baustelle noch kleiner. Diese Denkweise und Planung kann noch in vielen anderen Bereichen als nur der (mobilen) Energie eingesetzt werden.

Die Zukunft: Zunehmende Zirkularität durch The Internet of Things (IoT)

Die nachhaltige Baustelle spielt eine wichtige Rolle in der zirkulären Ökonomie; dabei ist die Zusammenarbeit aller beteiligten Unternehmen unerlässlich. Die zunehmende Digitalisierung wird diese Zusammenarbeit in den kommenden Jahren erleichtern. Wenn Geräte ihre Daten online bereitstellen, können Bestandsverwaltung und Transport noch besser geplant werden. So können die Warnsignale der Maschinen kombiniert werden, um fast automatisch die optimale Versorgungsstrategie zu entwickeln. Vielleicht könnte der Rohstoff von Maschine A vorübergehend für Maschine B verwendet werden. Oder die getrennt gesammelten Abfälle auf der Baustelle könnten eine Rolle als Rohstoff für etwas anderes spielen. Auf diese Weise kann der Kreislauf auf der Baustelle geschlossen werden. Inspektionen oder Wartungen von Geräten können gemeinsam geplant werden, sodass weniger Verkehrsbewegungen erforderlich sind. Durch den von Anfang an gemeinsamen Aufbau, unterstützt durch intelligente Systeme und objektive Daten, wird zirkuläres Arbeiten auf der Baustelle zur Selbstverständlichkeit.

Margien Storm Van Leeuwen

Margien Storm van Leeuwen
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