Wasserhaltung im Trinkwasserschutzgebiet: Sichere Energie für die Sanierung der Sösetalvorsperre
Die Sösetalsperre zählt zu den ältesten Trinkwassergewinnungsanlagen Norddeutschlands. Sie versorgt zahlreiche Städte und Gemeinden im südlichen sowie westlichen Harzvorland zuverlässig mit Trinkwasser, übernimmt eine wichtige Hochwasserschutzfunktion und gewährleistet die ganzjährige Niedrigwasseraufhöhung. Im Zuge der Generalsanierung der Sösetalvorsperre war eine leistungsfähige Wasserhaltung erforderlich. Neben der Pumpentechnik spielte vor allem eine ausfallsichere, netzunabhängige Energieversorgung eine zentrale Rolle.
Das Projekt in Kürze
Im Rahmen der Generalsanierung der Sösetalvorsperre setzte die Harzwasserwerke GmbH auf eine leistungsfähige Wasserhaltung, um den Bauablauf unter Staubetrieb dauerhaft abzusichern. Die technische Umsetzung der Wasserhaltung erfolgte durch Xylem. Bredenoord stellte im Auftrag von Xylem die netzunabhängige, mobile Energieversorgung für die Pumpen- und Steuerungstechnik bereit. Da vor Ort kein Netzanschluss verfügbar war und sich die Baumaßnahme im Trinkwasserschutzgebiet befand, wurde eine Back-up Lösung installiert. So konnte die Absenkung der Vorsperre zuverlässig realisiert und die Wasserversorgung der Region jederzeit abgesichert werden.
Wasserhaltung unter Staubetrieb
Seit 2022 führen die Harzwasserwerke GmbH eine Generalüberholung der Sösetalvorsperre durch. Parallel dazu wird die Bundesstraße B498 instandgesetzt. Da die Baustelle unter Staubetrieb abgewickelt wird, musste jederzeit mit erhöhten Zuflüssen gerechnet werden. Um Überflutungen zu vermeiden und die erforderliche Baufreiheit sicherzustellen, wurde eine Wasserhaltung mit mindestens 2 m³/s Förderleistung zwischen Vorsperre und Hauptsperre installiert. Bei Starkregen oder steigendem Zufluss pumpt die Anlage das Wasser über provisorische Rohrleitungen in die Hauptsperre. Die Steuerung erfolgt über Wasserstandssensorik und Schwimmerschalter.
Mobile Energielösung ohne Netzanschluss
Da im Baustellenbereich kein Netzanschluss verfügbar war, musste die Energieversorgung der kompletten Wasserhaltungsanlage autark ausgelegt werden. Bredenoord stellte im Auftrag von Xylem eine Back-up Lösung bereit, die sowohl die Leistungsanforderungen der Pumpentechnik als auch die kontinuierliche Versorgung der Steuerungs- und Überwachungseinheiten abdeckte.
Bei einem Projekt im Trinkwasserschutzgebiet hat Versorgungssicherheit oberste Priorität. Die mobile Energielösung von Bredenoord war exakt auf unsere Anforderungen abgestimmt und ließ sich zuverlässig in die Steuerung der Wasserhaltung integrieren. So konnten wir jederzeit flexibel auf veränderte Wasserstände reagieren.
Leistungsversorgung der Pumpentechnik
Kern der Anlage bildeten zwei Stromaggregate mit jeweils 500 kVA Leistung in Kombination mit einem Automatenset. Eine Maschine wurde als Betriebsaggregat definiert. Dieses war nicht im Dauerbetrieb, sondern wurde last- und ereignisabhängig über die Wasserstandsteuerung zugeschaltet. Sobald die Sensorik beziehungsweise die Schwimmerschalter einen definierten Wasserstand erreichten, erfolgte ein automatischer Einschaltbefehl. Dadurch konnte die erforderliche Förderleistung bedarfsgerecht aktiviert werden, ohne einen permanenten Hochleistungsbetrieb vorzuhalten.

Back-up Lösung zur Absicherung
Das zweite 500 kVA Aggregat war als Notfallmaschine integriert. Diese Back-up Auslegung stellte sicher, dass die Wasserhaltung auch bei technischen Störungen oder ungeplanten Ereignissen betriebsfähig blieb. Gerade im sensiblen Umfeld eines Trinkwasserschutzgebietes war diese Ausfallsicherheit ein zentraler Bestandteil der Energiearchitektur.
Dauerhafte Versorgung von Steuerung und Sensorik
Für die kontinuierliche Energieversorgung der Steuerungstechnik, der Schwimmerschalterüberwachung sowie der Sensorik kamen zunächst ein 35 kVA Silent Stromaggregat und anschließend ein 15 kVA Stage V Stromaggregat zum Einsatz. Diese Aggregate stellten die permanente Energieverfügbarkeit der Regel- und Überwachungseinheiten sicher und ermöglichten eine stabile, nachhaltige Schaltersteuerung vor Ort. Durch die strukturierte Lastaufteilung zwischen der Grundversorgung über das kleinere Aggregat und der bedarfsgesteuerten Zuschaltung der leistungsstärkeren Einheiten konnte die gesamte Anlage besonders effizient betrieben werden, während gleichzeitig eine hohe Betriebssicherheit gewährleistet blieb – ein entscheidender Faktor im sensiblen Umfeld eines Trinkwasserschutzgebietes.
Die enge Abstimmung mit Xylem war entscheidend, um im sensiblen Trinkwasserschutzgebiet eine zuverlässige und zugleich nachhaltige Lösung umzusetzen. Mit der Grundversorgung über das kleine 15 kVA Stage V Aggregat und der bedarfsgesteuerten Zuschaltung des großen Aggregats läuft nur, was wirklich nötig ist – und genau dadurch konnten wir die CO₂ Emissionen erheblich reduzieren.
Zusammenfassung
Herausforderung:
- Sanierung der Sösetalvorsperre unter Staubetrieb mit Überflutungsrisiko
- Arbeiten im Trinkwasserschutzgebiet (Schutzzone 1) bei parallel laufender Straßenbaumaßnahme
- Installation und Betrieb einer leistungsfähigen Wasserhaltung (≥ 2 m³/s)
- Kein Netzanschluss und hohe Anforderungen an Ausfallsicherheit
Lösung:
- Netzunabhängige Back‑up‑Energieversorgung durch Bredenoord (über Xylem)
- 2 × 500 kVA Stromaggregate als Betriebs- und Notfallmaschine
- Automatische Zuschaltung über Wasserstandsteuerung und Sensorik
- Separate Grundlastversorgung für Steuerung und Überwachung (35 kVA Silent, 15 kVA Stage V)
Nutzen:
- Sichere Wasserhaltung dank netzunabhängiger Energieversorgung im sensiblen Trinkwasserschutzgebiet.Stabile Pumpenleistung durch automatische, wasserstandsabhängige Zuschaltung (≥ 2 m³/s).
- Effizienter Betrieb und deutlich geringere CO₂‑Emissionen durch klare Trennung von Grundlast und Hochleistungszuschaltung.
- Hohe Projektzuverlässigkeit durch präzise Versorgung von Steuerung, Sensorik und Überwachung.
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