28-01-2026

Industrial Production Experteninterview: Hybridpower im Einsatz

Hybridenergie gewinnt in der Industrie rasant an Bedeutung. Sie ermöglicht stabile, leise und emissionsarme Stromversorgung, wenn Netzanschlüsse fehlen, Lasten schwanken oder in temporären Strukturen. Anlass für das Industriemagazin Industrial Production, diese effiziente Form der mobilen Energieversorgung gemeinsam mit Lukas Krüger, Produktspezialist Batteriespeichersysteme bei Bredenoord, näher zu beleuchten.
Der nachstehende Bericht ist zuvor in der Ausgabe 12/2025 des Industriemagazins Industrial Production erschienen.

Industrielle Produktions- und Logistikprozesse werden zunehmend komplexer und vor allem abhängiger von einer stabilen, leistungsfähigen und zugleich nachhaltigen Energieversorgung. Gleichzeitig wächst die Zahl der Situationen, in denen Unternehmen temporär oder mobil Strom benötigen: Netzanschlüsse verzögern sich oder sind unzureichend, Transformatoren werden umgebaut, müssen gewartet oder Lastspitzen gezielt geglättet werden. Ebenso kann die Hybridlösung als Ersatzversorgung im Falle von Netzausfällen dienen und so beispielsweise Unterbrechungen einer Logistikkette vermeiden. Unter diesen Bedingungen gewinnt Hybridenergie stark an Bedeutung. Sie verbindet Batteriespeicher, emissionsarme Stage-V-Aggregate und optional Photovoltaik zu einem System, das flexibel, effizient und umweltfreundlich arbeitet. Für Lukas Krüger, Produktspezialist Energiespeichersysteme bei Bredenoord, ist der Trend eindeutig. Hybrid-Sets, sagt er, kombinierten die Stabilität Aggregats mit der Schnelligkeit und Laufruhe eines Batteriespeichers.
Das ermögliche eine Stromversorgung, die selbst bei dynamischen industriellen Lastprofilen zuverlässig bleibt, gleichzeitig Emissionen und Lärm deutlich senkt und sich sehr präzise an wechselnde Anforderungen anpasst.

Über diese fachliche Perspektive führt Krüger direkt zum Kerngeschäft von Bredenoord: „Wir gehören in Europa zu den führenden Anbietern mobiler Energie und bauen unser Portfolio an hybriden Energielösungen seit Jahren gezielt auch für die Anwendung im industriellen Umfeld aus.“

Die Inbetriebnahme eines Bredenoord Hybrid Sets via Plug Play

Einsparungen durch bedarfsgerechten Betrieb
Hybridenergie nutzt die Stärken mehrerer Komponenten: Während Batteriespeicher schnelle Lastwechsel abfedern und leise im Hintergrund arbeiten, kommen Stage-V-Aggregate dann zum Einsatz, wenn zusätzliche Leistung oder das Laden des Speichers erforderlich ist. Gerade dieser bedarfsgerechte Betrieb führt zu deutlichen Einsparungen beim Kraftstoffverbrauch und damit zu einer erheblichen Reduzierung der Emissionen. Wird zusätzlich Photovoltaik integriert, sinken sowohl die Abhängigkeit vom Generatorbetrieb als auch die Gesamtkosten. Das Ergebnis ist ein Energiesystem, das nicht nur nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich attraktiv ist.
Die Einsatzfelder solcher Systeme sind vielfältig. In der Industrie dienen Hybrid-Sets zunehmend der Versorgung ganzer Standorte, deren Netzanschluss noch nicht verfügbar oder kurzfristig überlastet ist. Sie kommen während technischer Umbauten zum Einsatz, sichern Prozesse bei Wartungsarbeiten an stationären Anlagen oder dienen als temporäre Redundanzsysteme für kritische Produktionsabschnitte. Besonders vorteilhaft ist ihre Fähigkeit, auf wechselnde Lastprofile zu reagieren: Während ein klassisches Aggregat bei jeder Lastspitze hochfahren müsste, übernimmt in einem Hybrid-Set zunächst die Batterie die Lastaufnahme – schnell, nahezu lautlos und ohne Verzögerung.

Standort mit hybrider Energie versorgt
Ein besonders anschauliches Beispiel liefert Bredenoord mit einem eigenen Projekt: dem neuen Depot in Hamburg/Siek. Obwohl der Standort bereits fertiggestellt war, verzögerte sich der Netzanschluss aufgrund langwieriger Abstimmungen zwischen Netzbetreiber und Installationsunternehmen um mehrere Monate. Für Krüger eine Situation, die er aus vielen Kundenprojekten kannte. Die Lösung bestand in einem vollständig hybriden Energiesystem, das den gesamten Standort über einen Zeitraum von rund sechs Monaten mit Strom versorgte.
Die auf dem Dach verbaute Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 70 kW konnte ebenfalls in das Hybrid-Set integriert werden – sie speiste den Batteriespeicher kontinuierlich. Erst wenn dessen Ladestand auf unter 30 Prozent fiel, schaltete sich ein 250-kVA-Stage-V-Generator automatisch hinzu. Der Energiebedarf des Standortes schwankte je nach Tageszeit und Betrieb zwischen 10 und 150 kW/h, konnte jedoch zu großen Teilen durch Sonnenenergie gedeckt werden. An sonnigen Wochenenden reichte die Photovoltaik sogar aus, um Betrieb und Batteriespeicher komplett ohne Zuschaltung des Aggregats zu versorgen. Das System lief hierbei äußerst zuverlässig und verursachte eine sehr geringe Lärmbelastung. Besonders bemerkenswert war jedoch die Wirtschaftlichkeit: Die Kilowattstunde Strom aus der Hybridlösung lag hier unter den derzeit üblichen Stromkosten eines regulären Netzbetriebs.

Batteriespeicher und Stage V Aggregat

Temporärer Einsatz ergänzt Netzanschluss
Dass Hybridenergie nicht nur in stationären Industriebetrieben, sondern auch in anspruchsvollen temporären Szenarien überzeugt, zeigt ein Projekt eines Konsumgüterherstellers. Für dessen Brands Summit wurde in Hamburg ein temporäres Kongresszentrum eingerichtet – mitten in einem Wohngebiet, umgeben von Spielplätzen und Parks. Die Anforderungen an Lärm- und Emissionsschutz waren entsprechend streng. Gleichzeitig mussten Heizung, Klimatisierung, Beleuchtung, Kameratechnik und Catering jederzeit zuverlässig versorgt werden. Da kein ausreichender Netzanschluss zur Verfügung stand, wandte sich der technische Dienstleister an Bredenoord. Krüger empfahl ein Hybrid-Set aus Stage-V-Aggregat und Battery Box 300L.

Der Einsatz bestätigte die Entscheidung: Das Aggregat lief ausschließlich außerhalb gesetzlicher Ruhezeiten, der nächtliche Betrieb erfolgte vollständig über die Batterie. Messungen vor Ort ergaben auch während Laufzeiten des Aggregats eine maximale Lautstärke von rund 60 dB, was in etwa einer normalen Unterhaltung entspricht. Gleichzeitig war die notwendige Redundanz sichergestellt, denn die Batterie konnte das Kongresszentrum bis zu zwei Stunden eigenständig versorgen. Ergänzt wurde das Set-up durch eine Internet-Bridge, über die Ladezustände und Betriebsparameter auch außerhalb der regulären Zeiten überwacht wurden. Der Projektleiter des Eventdienstleisters hob besonders die Flexibilität hervor: Während frühere, rein dieselbasierte Twin-Sets starre Zeitpläne erforderten, ermöglichte das Hybrid-Set eine wesentlich dynamischere Organisation.

Die beschriebenen Projekte zeigen, dass Hybridenergie längst mehr ist als eine technische Alternative. Sie entwickelt sich zu einem neuen Standard moderner industrieller Energieversorgung. Die Kombination aus reduzierten Emissionen, deutlich geringer Lärmentwicklung, wirtschaftlichem Betrieb und hoher Systemflexibilität ermöglicht es Unternehmen, selbst komplexe oder dynamische Produktionsumgebungen zuverlässig abzusichern. Damit bieten Hybridlösungen eine zukunftsorientierte Antwort auf die steigenden Anforderungen an Effizienz, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit. Sie verbinden technische Leistungsfähigkeit mit regulatorischer Kompatibilität und eröffnen Unternehmen die Möglichkeit, Energieversorgung dort bereitzustellen, wo sie benötigt wird.

Wir danken dem gesamten Team von Industrial Production für das angenehme Fachgespräch. Bei erweiterten Fragen zum Thema Hybridenergie stehen Ihnen Lukas Krüger und die Bredenoord-Experten für mobile Energielösungen gerne zur Verfügung.

Telefon: 00800 5500 8800 (kostenlose Hotline, rund um die Uhr erreichbar)
E-Mail: mieten@bredenoord.com

Lukas Krueger

Lukas Krüger Produktspezialist Batteriespeichersysteme

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