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22-01-2021

Bredenoord unterstützt Forschungsprojekt "Inzell"

Das neue Bundesforschungsprojekt mit dem Titel „Netzstützung und Systemdienstleistungserbringung durch eine Industriezelle mit Inselnetzfähigkeit und Erneuerbaren Energien“, kurz INZELL, ist gestartet. Im Fokus steht die Untersuchung von Fragestellungen und Forschungsaspekten rund um das optimierte Zusammenspiel unterschiedlicher Erzeugungsanlagen, Speicher und Lastmanagementsysteme. Dabei soll sowohl ein Inselnetzbetrieb der Industriezelle der Firmengruppe Max Bögl im Falle von Versorgungsunterbrechungen ermöglicht als auch dazu beigetragen werden, die Stabilität des öffentlichen Stromnetzes kostengünstiger sicherstellen zu können. Industriebetriebe werden so zunehmend zum Schlüsselbaustein für eine erfolgreiche und kostengünstige Umsetzung der Energiewende. Das Forschungsvorhaben hat eine Projektlaufzeit von 3 Jahren und wird mit einem Gesamtvolumen von 1,65 Mio. € durch das BMWi gefördert.

Als Projektkoordinator leitet die Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) Regensburg zusammen mit der Max Bögl Wind AG das Bundesforschungsprojekt. Als Verbundpartner aus der Forschung unterstützen die Technische Universität München (TUM), die Technische Universität Clausthal (TUC) und das Zentrum für angewandte Energieforschung Bayern e.V. (ZAE). Weitere Industriepartner sind die Firma INTILION GmbH, die Bayernwerk Netz GmbH, die Bredenoord BV, die OMICRON electronics Deutschland GmbH und die Siemens Gamesa Renewable Energy GmbH & Co. KG.

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© Luftaufnahme des Industriegeländes von Bögl mit MS Netz/ Max Bögl Wind AG

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© Schemaansicht/ Max Bögl Wind AG

Industriebetriebe können einen essentiellen Beitrag zur Energiewende leisten und als Stabilitätsanker für ein zukünftiges zellulares und dezentrales Energiesystem dienen. Sie werden zunehmend als Schlüsselbaustein erkannt, die Energiewende kostengünstiger gestalten zu können

Josef Bayer, Leiter Elektrotechnik Max Bögl Wind AG

Das Konsortium rund um die Max Bögl Wind AG und die OTH Regensburg hat sich mit dem Forschungsprojekt INZELL das Ziel gesetzt, eine automatisierte Anlageneinsatzplanung sowie einen Netzmanager zu entwickeln, die zusammen einerseits die Möglichkeiten zur Systemdienstleistungserbringung und damit zur Netzstützung durch die Industriezelle von Max Bögl identifizieren und andererseits einen Inselnetzbetrieb erproben sollen. Das Projekt hebt sich durch die geplante Erprobung des entwickelten Netzmanagers in Feldversuchen hervor. Dabei wird das Industriemittelspannungsnetz kontrolliert in den Schwarzfall gefahren. Durch das innovative Zusammenspiel des Batteriespeichers mit einer Windenergieanlage sowie den weiteren EE-Anlagen und Verbrauchslasten sollen daraufhin der Wiederaufbau und der Betrieb des Inselnetzes sichergestellt werden. Eine Besonderheit liegt darin, dass hier die Verbrauchslast deutlich die Batteriespeicherleistung übersteigt und Aufbau und Betrieb des Inselnetzes nur zusammen mit einer netzbildenden Regelung des Batteriespeichers und einer im Industrienetz angeschlossenen Windenergieanlage gelingen können. Bisherige Inselnetzbetriebskonzepte basieren immer auf einem Kraftwerk (z. B. Wasserkraftwerk) oder einem Batteriespeicher mit ausreichend großer gesicherter Leistung. Dies ist hier nicht der Fall, das neue Konzept ist weltweit einmalig.

Mit Hilfe eines Last- und Erzeugungsprognoseverfahrens sowie einer automatisierten Anlageneinsatzplanung soll der Netzmanager Planungssicherheit bieten. Dabei sollen Flexibilitäten im elektrischen Verhalten des Industrienetzes gezielt aufgedeckt und Kriterien für eine Vermarktung der möglichen Systemdienstleistungen zur Stützung des öffentlichen Netzes definiert werden. Im Umkehrschluss sollen Leistungsspitzen vermieden werden, um die elektrischen Energieversorgungskosten zu senken. Dafür entwickelt das Unternehmen Max Bögl auch ein modulares, dezentrales Lastmanagementsystem, welches in der Lage ist, den Energieverbrauch der unterschiedlichen Produktionsprozesse zu managen. Neben der planerischen Seite werden für einen stabilen Netzbetrieb auch Steuerungs- und Regelmechanismen benötigt. Schwerpunkte sind hier die Netztrennung und die Resynchronisation zum übergeordneten Verbundnetz sowie zentrale und dezentrale Regelverfahren, um bei Prognoseschwankungen und unvorhergesehenen Ereignissen den Netzparallel- und den Inselnetzbetrieb zu stabilisieren.

Carsten Koehler

Carsten Köhler
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